LEA Mitteilung – Zur Landtagswahl 2026

Warum frühkindliche Bildung wahlentscheidend ist

Frühkindliche Bildung betrifft alle jungen Familien – unabhängig davon, ob sie gerade einen Kita-Platz suchen, ihr Kind bereits betreut wird oder sie sich auf den Übergang in die Grundschule vorbereiten. Für Kinder ist die Kita ein zentraler Lebensort, an dem sie Sicherheit, Beziehungen, Bildung und Förderung erfahren. Für Eltern ist sie Voraussetzung für Vereinbarkeit von Familie und Beruf und für einen verlässlichen Familienalltag.

Die Qualität frühkindlicher Bildung entscheidet darüber, wie gut Kinder in ihrer Entwicklung begleitet werden. Sie prägt Sprachentwicklung, soziale Kompetenzen, Teilhabechancen und den weiteren Bildungsweg. Gleichzeitig zeigt der Kita-Alltag vieler Familien, dass gute frühkindliche Bildung keine Selbstverständlichkeit ist: Personalmangel, hohe Belastung der Fachkräfte, eingeschränkte Öffnungszeiten, mangelhafte Trägerqualität und fehlende Verlässlichkeit wirken sich unmittelbar auf Kinder und Familien aus.

Die Rahmenbedingungen für Kitas werden maßgeblich auf Landesebene gestaltet. Landespolitik entscheidet über gesetzliche Vorgaben, Qualitätsstandards, Finanzierung, Personalbemessung und Unterstützungssysteme. Die Landtagswahl bestimmt somit, welche Priorität frühkindliche Bildung in den kommenden Jahren erhält – und ob sich die Bedingungen für Kinder, Eltern und Fachkräfte spürbar verbessern.

Für Eltern ist deshalb entscheidend zu wissen, welche Vorstellungen und konkreten Maßnahmen die Parteien zur frühkindlichen Bildung verfolgen. Die Auswertung der Wahlprogramme macht sichtbar, welche Themen aufgegriffen werden und wo Unterschiede bestehen. Sie soll Eltern dabei unterstützen, sich informiert eine eigene Meinung zu bilden – im Interesse der Kinder und ihrer Zukunft.

Positionen des LEA-Vorstands zu ausgewählten Themen:

Kein verpflichtendes letztes Kitajahr: dies greift stark in die Rechte der Eltern ein, ohne automatisch bessere Bildungschancen zu garantieren. Solange Fachkräftemangel und Qualitätsprobleme bestehen, kann eine Pflicht sogar Überforderung statt Förderung bedeuten. Außerdem profitieren nicht alle Kinder gleichermaßen, und Zwang kann Vertrauen sowie Kooperation mit Familien schwächen. Sinnvoller sind freiwillige, niedrigschwellige Angebote und gezielte Unterstützung statt pauschaler Verpflichtung.

Ein kostenfreies Mittagessen für alle Kita-Kinder ist ein wichtiger Schritt für mehr Chancengleichheit. Eine gesunde Mahlzeit darf nicht vom Geldbeutel der Eltern abhängen, sondern muss allen Kindern gleichermaßen zugänglich sein. Damit wird Teilhabe gestärkt, Familien werden entlastet und kindliche Gesundheit frühzeitig gefördert.

Langfristig braucht es eine schrittweise Erhöhung des Personalschlüssels in den Kitas in Rheinland-Pfalz, um pädagogische Qualität, Kinderschutz und verlässliche Betreuung nachhaltig zu sichern. Gleichzeitig muss dieser Weg realistisch gestaltet werden: Eine sofortige Umsetzung würde die Situation kurzfristig weiter verschärfen, da schon heute Fachkräfte fehlen und Einrichtungen gezwungen wären, Betreuungszeiten zu reduzieren oder Gruppen zu schließen. Deshalb braucht es einen verbindlichen Stufenplan, der Verbesserungen ermöglicht und zugleich die Kitas handlungsfähig hält.

Alltagsintegrierte Sprachförderung in Kitas ist extrem wichtig, denn Sprache ist der Schlüssel zur Bildung und zur Welt – sie eröffnet Kindern neue Wege und schafft echte Chancengleichheit. In Rheinland-Pfalz wird bereits einiges getan, es gibt zahlreiche Programme und Projekte zur Sprachförderung. Entscheidend ist jetzt, diese Angebote langfristig zu verstetigen, flächendeckend abzusichern und konsequent an den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen auszurichten, damit alle Kinder bestmöglich profitieren.

Die Beitragsfreiheit in Kitas ist ein wichtiger Schritt für mehr Bildungsgerechtigkeit. In Rheinland-Pfalz gilt sie aktuell ab zwei Jahren – langfristig wünschenswert wäre eine Beitragsfreiheit für alle Kinder. Frühkindliche Bildung ist keine Privatsache, sondern eine zentrale Grundlage für gleiche Chancen. Beitragsfreie Kita-Plätze entlasten Familien, fördern Teilhabe und stellen sicher, dass alle Kinder unabhängig vom Einkommen ihrer Eltern Zugang zu guter Bildung und Förderung erhalten.

Mehr Geld für das Kita-System ist dringend notwendig, um Kommunen zu entlasten und die Qualität in den Einrichtungen nachhaltig zu verbessern. Entscheidend ist dabei, dass zusätzliche Mittel gezielt dort ankommen, wo sie den größten Effekt haben: bei Personal, Ausstattung, Fortbildung und verlässlichen Rahmenbedingungen im Alltag. Nur wenn Investitionen sinnvoll gesteuert werden, können sie wirklich zu besserer Betreuung, mehr Bildungsqualität und spürbarer Entlastung für Kinder, Familien und Fachkräfte führen.

Im Folgenden haben wir die Wahlprogramme der Parteien, die zur Landtagswahl antreten, miteinander verglichen. Für ein besseres Bild bitte auf das folgende Vorschaubild klicken:

Das komplette Dokument kann hier heruntergeladen werden.

Weitere Artikel

Bastelgeld, Teegeld & Co.: Infos zu Elternbeiträgen in der Kita

Da uns derzeit vermehrt Fragen zu diesem Thema erreichen, stellen wir hiermit die vom LEA veröffentlichten Informationen zur Verfügung.

Was darf eine Kita an Kosten verlangen?
Der Landeselternausschuss (LEA) möchte in Absprache mit dem Bildungsministerium über die rechtlichen Grundlagen zur Kostenbeteiligung in Kindertageseinrichtungen in Rheinland-Pfalz informieren. Immer wieder kommt es zu Unsicherheiten rund um sogenannte Zusatzkosten wie Bastelgeld, Teegeld oder andere Pauschalen. Hier findet ihr eine Übersicht, was erlaubt ist und was nicht.

Hier könnt ihr euch die Infos auch als pdf herunterladen.

Was dürfen Kitas verlangen?
• Für Kinder unter zwei Jahren sowie für Hortkinder dürfen Beiträge erhoben werden. Diese werden vom örtlichen Jugendamt festgesetzt und veröffentlicht (und müssen einkommensabhängig gestaffelt sein, was sich aus § 90 Abs. 3 SGB VIII ergibt).
• Für die Mittagsverpflegung dürfen Eltern Beiträge zahlen. Diese können einkommensabhängig gestaffelt werden.
• Eine Unterstützung über das Bildungs- und Teilhabepaket (BuT) ist möglich, wenn Anspruch besteht. Beratung und Unterstützung bei der Beantragung finden Eltern bei der Kita-Sozialarbeit oder dem zuständigen Jugendamt, das nach SGB VIII (§ 90 Abs. 4 S. 3) verpflichtet ist, die Eltern über die Möglichkeit einer Antragstellung auf Erlass oder Übernahme der Kosten zu beraten.

Was dürfen Kitas nicht verlangen?
Laut aktueller Rechtslage in Rheinland-Pfalz ist es nicht zulässig, Eltern zur Zahlung folgender Beiträge zu verpflichten:
• Bastelgeld
• Teegeld
• Taschentüchergeld
• Desinfektionsgeld
• Entwicklungsgeld
• oder andere vergleichbare Pauschalen.
Diese Kosten gehören zu den Sachkosten einer Einrichtung und müssen vom Träger finanziert werden.

Dürfen Eltern spenden?
Ja, freiwillige Spenden der Eltern sind möglich, aber:
• Die Spende darf nicht eingefordert oder erwartet werden.
• Kinder dürfen nicht benachteiligt werden, wenn keine Spende erfolgt.
• Die Teilnahme an Aktivitäten darf nicht abhängig von einer Zahlung gemacht werden.

Rechtlicher Hintergrund
Die Finanzierung der Kita-Angebote ist gesetzlich geregelt (§ 27 Abs. 2 und § 5 Abs. 2 Satz 1 KiTaG RLP). Zusatzkosten dürfen nicht auf Eltern abgewälzt werden, sondern müssen gemeinsam mit dem örtlichen Träger der öffentlichen Jugendhilfe abgesichert sein.

Für alle Kinder gleiche Chancen!
Ein Kita-Besuch soll nicht vom Geldbeutel der Eltern abhängig sein. Alle Kinder haben das Recht auf gleiche Teilhabe und Förderung unabhängig vom Einkommen ihrer Familien.
Bei Fragen oder Unsicherheiten wendet euch gerne an den Träger der Einrichtung, an die zuständige Jugendhilfe oder den Kreis- oder Stadtelternausschuss (https://www.lea-rlp.de/keas-steas).

Konsultationskitas

Das Ausschreibungsverfahren für die neue Konsultationskita-Staffel 2027-2030 ist gestartet – alle wichtigen Infos hierzu finden sich auf dem Kitaserver:

Die pädagogischen Schwerpunkte, mit denen sich Einrichtungen bewerben können, wurden auf sechzehn Themen ausgeweitet. So könnte es u. a. zum ersten Mal eine Konsultationskita mit dem Schwerpunkt „Kita-Bau – Pädagogische Raumgestaltung in Kitas“ geben und auch Themen wie KI und Schwimmen haben mit den Schwerpunkten: „Digitale Medien und KI in der Kita“ und „Wassergewöhnung – Zug um Zug schwimmen lernen“ Einzug gehalten.

Bewährte Schwerpunkte wurden beibehalten und teilweise ergänzt, so z. B. die Schwerpunkte „Personalmanagement in der Kita – Verlässlichkeit der Betreuung“, „Kita als Ausbildungsbetrieb“ und „Sprachbeauftragte – Schlüsselposition für Sprachbildung und Sprachförderung“.

In diesem Jahr wurde die Ausschreibung des Schwerpunktes Sprache angepasst. Der Fokus liegt nun auf den Sprachbeauftragten einer Einrichtung. 

Wir würden uns sehr freuen, wenn erneut zahlreiche Kitas aus unserem Kreis zu den Konsultationskitas zählen würden.

Neue Ausbildung in Boppard

Nach langen Vorbereitungen steht nun die neue Ausbildung zur/zum sozialpädagogischen Assistentin/Assistenten in den Startlöchern – und das sogar bei uns an der BBS Boppard.

Die dreijährige praxisintegrierte Ausbildung bietet eine attraktive Ausbildungsvergütung sowie die Möglichkeit einer Verkürzung auf zwei Jahre.

Am 31.01.2026 findet ein Tag der offenen Tür statt. Schaut gerne vorbei und informiert euch!

KEA im TV – Eltermitwirkung

Am Samstag wurden die Ergebnisse der landesweiten Umfrage des LEA präsentiert – ein wichtiger Moment, um die Stimmen der Eltern sichtbar zu machen und aufzuzeigen, wo Beteiligung bereits gut gelingt und wo es noch Verbesserungsbedarf gibt.

Im Rahmen dieser Präsentation erhielt der LEA eine Anfrage des SWR. Der Sender war auf der Suche nach einer Kita in Rheinland-Pfalz, in der Elternmitwirkung nicht nur ein theoretisches Konzept ist, sondern im Alltag tatsächlich gelebt wird. Ziel war es, ein authentisches Beispiel dafür zu zeigen, wie wertvoll und bereichernd die Zusammenarbeit zwischen Eltern und Kita sein kann.

Die Auswahl fiel schließlich auf eine Kita im Rhein-Hunsrück-Kreis. Dort ist Elternmitwirkung fest im Alltag verankert, und genau das wollte das SWR-Team dokumentieren. Wir waren eingeladen, diesen besonderen Termin zu begleiten – eine schöne Gelegenheit, die Bedeutung aktiver Elternbeteiligung sichtbar zu machen und zu zeigen, was sie in der Praxis bewirken kann.

Genauere Infos und die Ergebnisse der Umfrage wurden durch den LEA veröffentlicht und sind für alle einsehbar.